Isa Dahl

 

Home

Vita
Ausstellungen
Publikationen
Bildserien
   › FASSADE
   › VORHANG
   › NachtRäume
   › zwischen und
   › eben still
   › Augenblicke lang
   › Flowers24hours
   › In Sicht
   › sidebyside
   › NUR SO
Textauszüge
Kontakt
 

 

  Intensives Arbeiten, umfangreiche Bilderserien - nichts skizzenhaft Unfertiges, immer ausgeführte Taten.
Von einer Grundfigur abgelöste Einzelvorstellungen werden durch das Malen neu verschmolzen. Das permanente malerische Handeln ist das Entscheidende.
Es ist keine Malerei der Einfälle, der vorgeführten oder verborgenen Inhalte. Verborgen wird die Bildtiefe, gezeigt wird der Pinselstrich.
Der minimal eingesetzte Illusionismus bewirkt eine Oberflächenvergrößerung für die Entfaltung einer malerischen Struktur.
Wirklichkeitszitat und Selbstbehauptung der Malerei verbinden sich und werden durch das all over painting mit dem Format verklammert.
Die Bilder werden zunehmend komplexer, eigenartiger, dabei malerisch reiner, großzügiger.
... eine geistige Produktion, die sich selbst zu verproviantieren beginnt, ohne anämisch zu werden...

( Ludwig Hohl, Vom Arbeiten Bild )

Dieter Krieg
aus dem Gutachten zum Graduiertenstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1993.

 

   
  Isa Dahls Bilder handeln nicht nur von der Malerei als Malerei; sondern die Art der Darstellung ist von entscheidender Bedeutung, spielt sie doch mit Errungenschaften der Klassischen Malerei, deren Tradition sie aufgreift und in einen neuen Kontext setzt.
Es geht um die Wirkung von Farbe als autonomes Medium und um die Erzeugung von Wirklichkeit, die eine gewisse Verwandtschaft zu Sehmustern besitzt, die in unserem Hirn gespeichert sind.

Dr. Helmut Herbst, Waiblingen
aus dem Katalog: Isa Dahl, eben still, Städtische Galerie „Kameralamt“, Waiblingen, 2003.

 

   
  Die Einfachheit der Formen in Isa Dahls Bildern überrascht, ja verblüfft, weil zugleich die malerische Wirkung -von der Fläche in den Raum hinein- ganz außerordentlich ist.
Das Spiel der Farbe um die Kontur, die Lichtfugen, die diszipliniert verlegt sind, der Tiefenraum, der von der Künstlerin erzeugt wird, das alles macht dir seltsam ruhige Ausdruckskraft der Bilder aus.

Günther Wirth
aus dem Katalog:Räume Innen Aussen Räume “Der Raum als Bildwirklichkeit“, Esslingen, 1997.

 

   
  Isa Dahl baut ihre Bilder aus unzähligen Farbschichten auf. Schlieren, Wischer, Einschlüsse, die Spur des Pinsels , der bewegte, schnelle Duktus - all dies sind wesentliche Elemente der Bildgestaltung; rücken den Malprozess in den Mittelpunkt der künstlerischen Intention und auch der Seherfahrung des Betrachter.

Die Farbe ist für Isa Dahl nicht einfach deren farbliche Erscheinung.
Es interessiert sie gleichwertig ihre Materialität, Konsistenz, Dichte, Oberfläche, Räumlichkeit, Bewegung und Lichtfülle, aber auch deren Verhältnis zur Textur des Bildträgers, die simultane Vielfalt oder die sinnliche Wirkung der Farben, d.h. die Arbeit mit und das Erlebnis der Farbe sind das Primäre.
Eine mehrfach strukturierte entstofflichte Bildräumlichkeit entsteht, aus deren Tiefe ein geheimnisvolles, farbiges Leuchtlicht geheimnisvoll aufscheint. Der Blick wird in das Bild hineingezogen und ruht doch immer wieder auf der Oberfläche der letzten glänzenden Malschicht. Es ist dieses geheimnisvolle Leuchtlicht, das Isa Dahls Gemälden eine eigentümliche, verweisende Intensität verleiht. Es entstehen Werke, die Stille einfangen, die Stille speichern und diese Stille wieder ausströmen.
Die Polivalenz dieser Bilder zwischen Erinnerung und malerischer Auflösung, zwischen Erscheinung und Orozess, zwischen Farblicht und Oberfläche, Raumtiefe und Struktur, zwischen „reiner Malerei“ und Transzendenz ist es, die ihnen zugleich Eigenständigkeit wie Zeitbezug verleiht.

Christoph Bauer, Kunstmuseum Singen
aus dem Katalog: Isa Dahl. Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium 2000,
“Farbe, Licht, Raum, Struktur.Einige Bemerkungen zur malerischen Intensität Isa Dahls“, 2000.

 

   
  Isa Dahl arbeitet seriell und stur an Strukturen und Zwischenräumen. Das Thema wird in einer beispielhaft radikalen Systematik aufgegriffen und durchgespielt. DasErgebnis, als Hell-Dunkel-Kontrast einfachster Strukturen in.Naß-in.Naß-Technik erzeugt, ist simpel, in sich logisch und klar. Immer sucht sie nach der Farbtiefe, nach dem imaginären Bildraum. Es ist “nur“ pure Malerei, ist “nichts“ als Abstraktion.

Dr. Helga Meister, Düsseldorf
aus dem Katalog: Das banale Schöne, “Isa Dahl-Lichtgründe“, Düsseldorf, 1997.

 

   
  Wenn man Isa Dahl zunächst den abstrakt arbeitenden MalerInnen zuordnen würde, drängt es sich auf, das Gemälde mit diesem Bild aus der Natur zu beschreiben. Isa Dahl nutzt in ihren Arbeiten gerade dieses Changieren zwischen Abstraktion und Realitätsbezug für eine differenzierte Beschäftigung mit Farbe, Raum und Struktur in der Malerei.
Sie arbeitet in einer Lasurtechnik, die ein schnelles und konzentriertes Handeln verlangt. Schicht um Schicht der transparenten Farbe wird aufgetragen. In ihren Gemälden erreicht sie dadurch eine enorme Bildtiefe und große Leuchtkraft.
Dies kann das Thema von Licht und Dunkel sein, das sie noch vor einigen Jahren intensiver beschäftigt hatte, oder die Auseinandersetzung mit der spezifischen Leuchtkraft jeder einzelnen Farbe und ihrer Möglichkeiten, wie dies in den jüngeren Bildern zu beobachten ist.

Dr. Matthia Löbke, Kunstverein Heilbronn
aus dem Katalog: European art from Germany, 20 Positionen zeitgenössischer Malerei,
Hrsg. ECB Europäische Zentralbank Frankfurt am Main, 2004.

 

   
  ....Die Dahl erfindet die „grüne Stunde“. Grünschwelende Zeit, wenn der Abend noch nicht Nacht geworden ist. Mit all ihren grünen Schmetterlingsnetzen und Fischreusen stellt die Dahl Fallen und fängt Geheimnis ein. Gut tuende und keineswegs langweilige Stille verfängt sich in Isa Dahls Netzwerk. Schatten, Böcklinische Zypressen-Schattenreiche verfangen sich in den Dahl-Farb-Maschen.

Joachim Burmeister
aus dem Katalog: Isa Dahl- Nach Firenze, Katalog, “Das Florenz der Isa Dahl“,
hg. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1996.

 

   
  Isa Dahl besitzt diese inspiratorische Direktheit im Umgang mit Material und Form, die es ihr erlaubt, Bilder von emotionaler Qualität zu malen. Ausgewogenheit im Formenrhythmus, Balance zwischen Flächenform und Liniengeflecht, sowie spannungsreicher Wechsel von scharf umrissenen und unscharfen Bildelementen. Isa Dahl malt konzentriert, mit Gesten, die das Bildmaß abmessen, ihr Tempo bestimmt das Tempo des Bildes, das in einem Zug, ohne lange Unterbrechungen gemalt wird. Korrigiert wird nur im Malprozess selbst. Entweder hält das fertige Bild der Kritik der Malerin stand, oder die ganze Arbeit wird verworfen.. Das Thema der Zeit, das in der Expressivität ihrer Malerei, in der dargestellten Bewegung im Bild sowie in der Vorstellung des abgelaufenen Entstehungsprozesses Ausdruck findet, ist ein wesentliches Element ihrer Malerei.

Dr. Sabine Heilig
aus dem Katalog: Isa Dahl, Augenblicke, lang, "Gedanken über einen schwimmenden Goldfisch und die neue Bilderserie "Augenblicke, lang", Edition Südwest, SüdWestGalerie, Niederalfingen, 2002.

 

   
  Isa Dahl zeigt drei ihrer seriellen Werkgruppen in den Räumen des Museums: „Augenblicke lang“ die tondoförmigen Rundbilder „eben still“, und Arbeiten aus der Serie „in Sicht“
Bereits an den Titeln ist der transitorische Charakter ihrer Bildmotive ablesbar.
In den Rundbildern wird der Blick des Betrachters durch eine undefinierte, aus dem Zentrum gerückte „Leerstelle“ fokussiert. Der Tiefenraum wird darüber hinaus durch die für Dahls Malweise charakteristische Lasurtechnik und die räumlichen Überlagerung der Strukturen erzeugt, die zum Bildhintergrund hin unscharf werden. Auf diese Weise entsteht ein perspektivischer Raumkörper, von dem der Betrachter angezogen und mehr noch: in den er hineingesogen wird. Die runde Bildform, rotierenden Strukturen als auch die Blickführung des Betrachters sorgen für einen konzentrierten energetischen Ausgleich von Ruhe und Dynamik, Stabilität und Labilität: „eben still“.
In „Augenblicke lang“ wird die Wahrnehmung des Betrachters nicht durch einen „Blickanker“ fokussiert, vielmehr wird – vor allem in einigen Bildern der hochrechteckigen Formate – der Bildraum in seiner ganzen Weite entfaltet und durch die ausholende Gestik der Pinselstriche aufgeladen. Dies geschieht vor einem Hintergrund, dessen abstraktfarbiges Changement die bis zur Dramatik gesteigerte Expressivität der Pinselstriche als leuchtende Folie mit unbestimmter Räumlichkeit hinterfängt. Im Vergleich zur Serie „eben still“ wirken die verschlungenen Strukturen weniger fest umrissen, labiler, spontaner, gestischer, tritt die Formulierung der Strukturen als „brushstrokes“, als reine Malerei stärker in den Vordergrund. „Augenblicke lang“ sind gestische Erzählungen ohne Anfang und ohne Ende, sind scheinbar zufällig gewählte Ausschnitte aus der Flut des Vorhandenen und Gesehenen.
Verdichtung und Expansion im Kontext von Farb- und Strukturräumen – diesen Grundverfassungen bildnerischen Gestaltens begegnen wir in den unterschiedlichen Werkgruppen Isa Dahls immer wieder aufs Neue. So zeigt die Serie „In Sicht“ der Schwerkraft unterworfene, hängende Geflechte von großer Leichtigkeit. Auch wenn die Binnenräumlichkeit dieser Arbeiten den Betrachter an nestartige Gebilde erinnert, sollte ihn die Darstellung eines vermeintlich konkreten Bildgegenstandes nicht über die genuin malerischen Intentionen der Künstlerin hinwegtäuschen. Auch in dieser Serie geht es Isa Dahl um die Auslotung eines raumzeitlichen Bildkontinuums durch Form und Farbe, um labile Gleichgewichtszustände, hervorgerufen durch die an sich paradoxe Arretierung flüchtiger Momente im Medium des Tafelbildes, um die konkrete Präsenz und körperlich erfahrbare Intensität leuchtender Farbräume.

Dr. Velten Wagner, Kunstmuseum Engen
aus dem Katalog: Blow Up, Hrsg.Städtisches MuseumEngen + Galerie, 2006.